Am Samstag, dem 17.03.2007, machte sich eine Schülergruppe des GK
Sozialwissenschaften aus der Jahrgangsstufe 13 auf den Weg nach Köln.

Im Zuge der Vorbereitung auf das Abitur war von einem Schüler die Idee
aufgeworfen worden, man könne sich doch mal den Vortrag des "dm"-Gründers
Götz W. Werrner anhören, der sein Buch zum Konzept "Bedingungsloses
Grundeinkommen" vorstellen sollte.
Gesagt, getan; Karten bestellt; den Kursleiter, Herrn Jöbkes,
überzeugt, dass er doch auch mitfahren könne (war nicht so schwer) und
dann los.
Im ausverkauften Gürzenich erlebte man dann eine kurzweilige
Präsentation, die vom wdr-Moderator Jörg Schönenborn moderiert wurde,

und
in deren Rahmen Götz W. Werner (Foto rechts) seine Vorstellungen von
der Grundsicherung der Bürger lebhaft zu vermitteln wusste. Nach seiner
Auffassung liegt die Zukunft des Sozialstaats in einem Grundeinkommen,
das jedem
Bürger zusteht. Das würde unsere Gesellschaft völlig verändern. Niemand
wäre mehr zur Arbeit gezwungen und jeder hätte die Freiheit, für seine
Mitmenschen sinnvoll tätig zu sein. Werner sagte auch, wie das zu
bezahlen sei: der Bürger selbst soll das bezahlen. Nur noch der
Konsum solle besteuert werden und das Dickicht der
Ämter müsse gelichtet werden. So käme das benötigte Geld schon zusammen
- das habe er mit seinem Team berechnet. Grundsätzlich
kritisierte Werner alle, die immer gleich "mit dem Taschenrechner
denken", bevor sie überhaupt die Chancen bedacht hätten.
Für den GK stellt sich jedoch die Frage:
Ist das dann das Paradies?

Beim anschließenden Zwiegespräch zwischen G. - W. Werner und J.
Schönenborn machte Werner deutlich, dass es sein anthroposophisch
geprägtes Menschenbild ist, das ihn zu dem Schluss hat kommen lassen,
dass es jedem Menschen zustehe, seine den Maßstäben der
Menschlichkeit gerecht werdende Grundabsicherung gewährleistet zu wissen. Nur
so - so seine Position - könne der Mensch seine kulturellen und
kreativen Begabungen entfalten. Den uns vertrauten Begriff von Arbeit
stellte er grundsätzlich in Frage, da er ihm zu sehr auf die
Einkommenserzielung ausgerichtet sei - er sprach in diesem Zusammenhang
von Einkommensarbeit, die aber nur einen Ausschnitt der verrichteten
und der nötigen Arbeiten umfasse, Kulturarbeit eben ausspare.

Auf die spitz gestellte Frage von Schönenborn, ob denn auch diejenigen ein
Bedingungsloses Grundeinkommen erhalten sollten, die sich gar nicht
entfalten wollten, sondern ihre Lebenszeit lieber auf dem Sofa
verbrächten, ohne gesellschaftlich nützlich zu sein, reagierte Werner
erstaunt. Ihm schien selbstverständlich, dass das Bedingungslose
Grundeinkommen auch bedingungslos gewährt wird. Ein - wie er selber
sagte - sicherlich revolutionärer Gedanke, der aber in Reformen langsam
umgesetzt werden solle. Er betonte, dass er Desinteresse und geringes
kulturelles und sonst wie gesellschaftlich nützliches Engagement für
eine durch unsere Lebensweise bedingte Krankheit halte, die geheilt
werden könne, wenn die Menschen sich der grundlegenden materiellen Absicherung
sicher sein könnten.
Insgesamt ein anregendes Thema mit ungewöhnlichen Perspektiven, das in
gemütlicher Runde im Anschluss noch vertieft und zum Teil erstaunt
diskutiert wurde. Eines seiner Ziele an diesem Abend hat Werner bei den
Schülern des Sozialwissenschafts Grundkurses durchaus erreicht: " Ich
will erreichen, dass Sie mit mehr Fragen als Antworten aus diesem Saal
heraus gehen".
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