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Die katholischen Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b

auf den Spuren der Christenverfolgung im römischen Reich und der Konstantinischen Wende sowie deren Bedeutung für die Ausbreitung des Christentums

 

Es ist heutzutage nicht ungewöhnlich, wenn sich über Schülerinnen bzw. Schüler, die auf einer Klassenfahrt sichtbar für die Anderen abends beten, oder die während der Fastenzeit konsequent auf Fernsehen verzichten, lustig gemacht wird. Die Schülerinnen und Schüler, die sich so öffentlich zu ihrem Glauben bekennen, sind in der heutigen Zeit, in der der Glaube bei vielen "aus der Mode gekommen" ist, unbewusst oder bewusst, mutig. Noch mehr Mut erforderte das öffentliche Bekenntnis zum christlichen Glauben in den ersten drei Jahrhunderten unserer Zeitrechnung im römischen Reich, denn Christen waren damals nicht "nur" psychischem Druck, sondern auch physischer Gewalt bis hin zum Tod ausgesetzt. Mit dieser Epoche der Geschichte des Christentums und der Wende zum christlichen Abendland, die durch Kaiser Konstantin eingeleitet wurde, beschäftigten wir uns in den letzten Wochen des Schulajhres. Wie es der Zufall wollte, wurde am 2. Juni in Trier die Konstantin - Ausstellung eröffnet, sodass wir uns an einem der letzten Schultage vor den großen Ferien auf den Weg nach Trier machten, um vor Ort anhand der erhaltenen Zeugnisse in die Zeit der Christenverfolgung und der Konstantinischen Wende einzutauchen.

Dass Christen im römischen Reich dem tödlichen Kampf mit wilden Tieren ausgesetzt wurden, war uns aus dem Unterricht bekannt. So entdeckten wir auf unserer Führung durch das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum auch das Abbild einer jungen Frau in den Klauen eines Bäres auf einer Tonschale. Überrascht stellten wir unter Anleitung der uns begleitenden Studentin jedoch fest, dass der Bär seinen Blick verschämt von der jungen Frau abwendete. So eröffnete uns gerade diese Darstellung einen beeindruckenden Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der verfolgten Christen. Wir wussten natürlich auch, dass es damals unter den Christen geheime Erkennungszeichen gab: Da wären der Fisch (griech.: Ichtys für Jesus Christus, Gottes Sohn und Erlöser) und das Chi - Ro - Zeichen als griechische Anfangsbuchstaben des Hoheitstitels Christus zu nennen. Wer einmal genauer hinsieht, kann den Fisch auch heute wieder auf unseren Straßen sehen, denn einige Christen kleben sich den Fisch auf das Heck ihres Wagens. Dem Chi - Ro - Zeichen begegnet man heute u.a. häufiger als Gravur auf Grabsteinen. Auf einem Damenring konnten wir kaum erkennbar die Gravur eines Schiffes entdecken, die die Trägerin des Ringes für Eingeweihte als Christin auswies. Einige assoziierten mit dem Symbol das Kirchenlied "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" ein. Wir sitzen alle in einem Boot. Dieses Motiv begleitete uns auch weiter durch die Ausstellung, als wir uns den Sarkophagen näherten, deren kunstvolle Bearbeitung den festen Glauben der Christen der damaligen Zeit zum Ausdruck bringt. Auf den älteren Sarkophagen findet sich häufig das Motiv des Schiffes wieder - der Arche Noah, die den Bund Gottes mit den Menschen, die Rettung der Menschen symbolisiert. Interessant ist dabei die Darstellung der Arche als Holzkiste und die Abbildung von Tieren, die in Mitteleuropa beheimatet sind, was deutlich erlennen lässt, dass die Umwelt der christlichen Künstler ihre Arbeiten prägte. Ganz stolz waren wir auf Tim Schnichels, der die Geschichte vom Propheten Jona und dessen innerer Umkehr zu erzählen wusste, die auf einem der Sarkophage abgebildet war. Auch in dieser alttestamentlichen Erzählung steht das Motiv der Rettung im Vordergrund. Spätere Sarkophage sind mit neutestamentlichen Motiven verziert. Dabei spielt der Kreuzestod und die Auferstehung Jesu zunächst keine zentrale Rolle, d.h. das Kreuz steht nicht im Mittepunkt der Darstellungen, es kommt vielmehr gar nicht vor. Die Abbildungen auf den Sarkophagen zeigen anhand der Darstellung Jesu als Wundertäter, der Kranke von ihren Leiden befreit, Tote zum Leben erweckt und Hungernde speist, was Erlösung meint. Der Tote steht als Betender im Zentrum der Darstellung.

Wer wollte, konnte anschließend noch in den Trierer Dom mit seiner Heilig - Rock- Kapelle gehen. 

Zum guten Schluss sei noch erwähnt, dass auf der sich unausweichlich anschließenden Shopping - Tour ein Bikini mit Totenkopf - Motiven erworben wurde. Etwaige Kausalzusammenhänge mit der vorangegangenen Führung wurden jedoch gänzlich ausgeschlossen.                  

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