"Wege gegen das Vergessen"
Die Gedenkveranstaltung zum 9.11.1938 in Schleiden
Zum Gedenken an die 70. Wiederkehr der Reichspogromnacht 1938 fand am 9.11.2008 in Schleiden ein „Marsch gegen das Vergessen“ statt, organisiert vom „Netzwerk Kirche im Nationalpark“ in Kooperation mit Judit.H, der Stadt Schleiden, der ev. Trinitatisgemeinde und der kath. Pfarrgemeinde Philippus und Jakobus Schleiden. Zu der Veranstaltung leistete auch das SGS einen Beitrag, indem zusammen mit Schülern der Jgst. 13 eine Ausstellung mit dem Thema erarbeitet wurde: „Die Pogromnacht vom 9./10.11.1938 im Schleidener Tal. Die Ereignisse und ihre öffentliche Aufarbeitung“. Zu sehen war die Ausstellung vom 8. bis 10. in der Schlosskirche sowie vom 11. bis 21. im Foyer des SGS.

Auf insgesamt 13 Tafeln vermittelte sie zuerst einen knappen statistischen Überblick über die jüdische Synagogengemeinde des Kreises Schleiden und dokumentierte dann - in Wort und Bild - die am 10.11.38 per Brandstiftung vernichteten Synagogen in Blumenthal und Gemünd. Der zentrale Teil widmete sich an Hand der Prozessakten und Zeitungsberichte zu den Synagogenbrandprozessen 1948/52 bzw. zum Hellenthaler „Prangermarsch“ der chronologischen Rekonstruktion dieser Vorgänge, jeweils kontrastiert durch einzelne Aussagen von Zeugen und Angeklagten, die Einblicke in die Formen der persönlicher Bewältigung der Vorgänge durch die Angeklagten, aber auch durch die Zeugen ermöglichten. Und anders als in einer pünktlich zum Gedenktag erschienenen Publikation („Reichskristallnacht“. Der Novemberprogrom [sic!] 1938 auf dem Lande. Gerichtsakten und Zeugenaussagen am Beispiel der Eifel und Voreifel) bzw. einer Sendung des WDR 3 „Mosaik“ vom 7.11. („Neues Mahnmal in der Eifel“) zum neuen Hellenthaler Synagogendenkmal konnte sich jeder Besucher an Hand der Quellen über die Namen der gerichtlich verfolgten bzw. verurteilten Täter der Brandstiftungen bzw. Übergriffe auf Juden in Blumenthal und Gemünd informieren. Beschlossen wurde die Ausstellung durch Thesen zur bis heute nicht wirklich gelungenen Aufarbeitung der Geschehnisse im Schleidener Tal nach 1945 sowie mit einem knappen Abriss der Erinnerungskultur zum 9.11. seit 1978.
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