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Einmal London und zurück – in nicht einmal 48 Stunden Ein Erfahrungsbericht über einen Kurztrip mit Schülern der Stufe 13 in die englische Metropole
"British traditions and visions" lautet ein bei Schülern überaus populäres Schwerpunktthema für die Englisch-Kurse der Oberstufe. Als die Lehrkraft des LK1 Englisch, von den herausragenden landeskundlichen Kenntnissen besagten Kurses in einen Wahn getrieben, eines Tages im 12. Schuljahr leichtfertig anmerkte, besagte Kenntnisse könne man ja vielleicht einmal durch eine Exkursion nach London optimieren, fiel dieser Vorschlag zunächst auf unfruchtbaren Boden – zu unmöglich erschien dieses Vorhaben, zu fremd erschien der Volksstamm jenseits des Ärmelkanals, als dass man dieses Abenteuer in Angriff hätte nehmen wollen.
Nach erfolgter Reifung der Schüler wurde dann urplötzlich zu Beginn der Stufe 13 dieser Gedanke wieder aufgegriffen, führte jedoch zunächst mangels Entschlossenheit seitens der Schüler noch zu keinen konkreten Ergebnissen. Also oblag es der Lehrkraft, qualifiziert durch den Besitz einer Kreditkarte, die entsprechenden Buchungen von Flug und Hotel durchzuführen und die Schüler vor vollendete Tatsachen zu stellen. Und siehe da: In den Morgenstunden des 7. Novembers 2009 traten 8 tapfere Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 13 sowie die nicht minder tapfere Lehrkraft vom Flughafen Weeze in der tiefsten niederrheinischen Provinz aus die Bildungsfahrt nach London an. Ryan Air erwies sich als zwar spartanischer, aber zuverlässiger Carrier, und so traf die Truppe, übermüdet, aber vollzählig, nach einem 50-minütigen Flug und einer einstündigen Busfahrt gegen 8.30 Uhr im Herzen Londons ein – und wurde durch Sonnenschein und wolkenlosen blauen Himmel belohnt!
Die Orientierungslosigkeit der Schüler brutal ausnutzend trieb die Lehrkraft die Eleven nun gnadenlos auf einen dreistündigen Gewaltmarsch zu den zentralen Sehenswürdigkeiten Londons: Tower und Tower Bridge, Houses of Parliament und Big Ben, Westminster Abbey, St. James's Park (mit niedlichen Eichhörnchen und frechen Möwen) und Buckingham Palace (mit Bärenfellmützenparade). Danach war der erste Bildungshunger gestillt. Als wahres Abenteuer erwies sich dann aber für die wenig urbane Eifeltruppe die Benutzung der Londoner U-Bahn, einer Welt für sich. Trotz kilometerlanger Tunnelwanderungen, komplizierten Umsteigens und erheblicher Bauarbeiten in allen Haltestellen erreichten wir – immer noch vollzählig – unser Quartier, das schnuckelige Mowbray Hotel im noblen Stadtteil South Kensington. Das Damenzimmer glänzte durch ein luxuriöses Badezimmer, während die knapp einen Dreiviertelquadratmeter große Nasszelle im Herrenzimmer offensichtlich vom Trödelmarkt stammte.
Nach Belegung der Zimmer verschwanden die Damen und wurden erst am nächsten Morgen wieder gesichtet – sie gingen, inspiriert durch den erfreulich tiefen Stand des britischen Pfundes, wichtigen Dingen wie Shopping, Einkaufen und Einkäufe erledigen nach. Die männlichen Schüler wurden vom Hunger geplagt und machten sich auf die Suche nach Filialen ihnen bekannter Fast-Food-Ketten, da die Einnahme fremdländischer Speisen ihnen doch zu gewagt erschien. Durch den Verzehr einiger Hamburger träge geworden, ließen sich die jungen Herren im Schlepptau der nimmermüden Lehrkraft in einen roten Doppeldeckerbus locken und mussten diese Unvorsichtigkeit mit der Teilnahme an Phase 2 des Kulturprogramms bezahlen: Piccadilly Circus, Trafalgar Square, schließlich sogar ein Museum! In der National Portrait Gallery nämlich führte die Lehrkraft das kleine und daher wehrlose Grüppchen zu ihrer Lieblingsstelle in London: vor eines der berühmtesten Porträts des Dichters William Shakespeare. Als Schüler L. dann freilich zu tiefenpsychologischen Vorträgen über dieses und andere Bilder ansetzte, war es an der Zeit, Freizeit zu befehlen! Während die Lehrkraft den Abend zum Theaterbesuch im West End nutzte, kehrten die Herren ins Hotel zurück, nicht ohne einige Filialen bekannter Fast-Food-Ketten zu frequentieren. Die Damen blieben verschollen ... Der Abend wurde schließlich von den Herren mit einem kurzen Rundgang durch das Vergnügungsviertel rund um den Piccadilly Circus abgeschlossen – so dachte jedenfalls die erschöpfte Lehrkraft, als sie gegen 1 Uhr morgens nach 22 Stunden auf den Beinen wohlig erschöpft ins Bett fiel. Die jungen Herren verspürten freilich noch ein wenig Hunger und fanden in der Tat gegen halb zwei ganz in der Nähe des Hotels noch ein Fast-Food-Paradies ...
Nach entspannender Nachtruhe erwies sich die Planung des Sonntagsprogramms als schwierig. Das Wetter hatte gewechselt, gemäß dem Vorurteil nieselte Regen vom grauen Himmel. Die Damen brachen schließlich auf, um noch ein paar Einkäufe zu erledigen und danach im Luxuskaufhaus Harrods ein wenig Shopping zu betreiben – die Herren dagegen folgten zur Überraschung der Lehrkraft deren Empfehlung und besuchten das Natural History Museum und das Science Museum!!! Da die Lehrkraft nach einem kurzen Museumsbesuch einen Gedenkgottesdienst in St Paul's Cathedral und danach ein Fußballspiel von West Ham United besuchte, sind die weiteren Aktivitäten der Schüler am Nachmittag unbekannt. Gerüchten zufolge waren Fast Food und Shopping involviert. Entgegen den Befürchtungen des strengen Fahrtenleiters erschienen aber alle Damen und Herren pünktlich zur Abfahrt des Busses am Bahnhof Liverpool Street Station. Wie die Damen ihre zahllosen Einkäufe im schmalen Handgepäck unterbringen konnten, bleibt ein Rätsel. Es gibt jedoch Vermutungen, dass der gewachsene Leibesumfang einiger Damen auf dem Rückflug nicht mit übermäßigem Nahrungskonsum, sondern mit mehreren Lagen an Kleidungsstücken zu erklären war.
Nachdem wir auf dem Flughafen noch den frischgebackenen britischen Weltmeister im Schwergewichtsboxen bewundern durften, brachte uns Ryan Air schließlich gegen 23.00 Uhr Ortszeit zurück ins beschauliche Weeze, von wo aus noch die Heimreise in die Eifel bzw. nach Köln bevorstand. Trotz des verkürzten Schlafes fanden am nächsten Morgen die Lehrkraft und einige Schüler pünktlich zum Unterrichtsbeginn den Weg ins SGS. Fazit: London ist immer eine Reise wert und der günstige Wechselkurs machte diese Reise sogar zu einem relativ günstigen Vergnügen. Im Mittelpunkt aber stand natürlich der Erwerb landeskundlicher Kenntnisse als Vorbereitung auf die Abiturprüfung! (Christoph Stephan, Kursleiter)
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